06.07.2025.
Erinnerung, sprich_p. 282
Die Schmetterlingsjagd und verschiedene Sportarten nahmen die sonnigen Stunden in Anspruch, aber alle körperlichen Anstrengungen konnten die Unruhe nicht verhindern, die mich Abend für Abend auf vage Entdeckungsreisen gehen liess. Wenn ich den grössten Teil des Nachmittags im Pferdesattel verbracht hatte, war es ein seltsam beschwingtes, fast körperloses Gefühl, in der farbigen Abenddämmerung mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Ich hatte die Lenkstange meines Enfield-Rades umgedreht und so verstellt, dass sie tiefer als der Sattel lag, und es entsprach nunmehr meiner Vorstellung von einem Rennmodell. So gondelte ich über die Parkwege den gemusterten Spuren nach, die die Dunlop-Reifen am Vortag eingedrückt hatten; kunstgerecht vermied ich die Grate der Baumwurzeln; ein loser Zweig wurde angepeilt, und zersprang knackend unter meinem sensiblen Vorderrad; ich schlängelte mich zwischen zwei flachen Blättern und zwischen einem kleinen Stein und dem Loch hindurch, aus dem er am Vorabend herausgerissen worden war; ich genoss die kurze Ebenheit einer Brücke über einen Bach; ich fuhr am Drahtzaun entlang um den Tennisplatz herum; stiess mit der Radschnauze das kleine weissgetünchte Tor am Ende des Parkes auf; und radelte im melancholischen Genuss meiner Freiheit über die ausgetrockneten, angenehm zusammengebackenen Seitenstreifen langer Feldwege.
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