Wir schweigen, so wie wir die letzten Jahre geschwiegen haben. Manchmal frage ich mich, warum wir nie darüber gesprochen haben. Und wann wir den Entschluss getroffen haben, nicht darüber zu sprechen. Ich weiss noch, dass wir bei der Beerdigung kein Wort miteinander gewechselt haben… sind danach zu Marlène gegangen, haben uns in ihr Bett gelegt, haben geweint, uns festgehalten, haben irgendwann aufgehört zu weinen und lagen einfach nur da… sind eingeschlafen, aufgewacht und haben dann weiter gelebt, wie man das ebenso macht, wenn jemand stirbt. Vielleicht wissen wir einfach nicht, was wir sagen sollen, weil jedes Wort das falsche und keines das richtige ist. Aber vielleicht gibt es auch keine falschen und richtigen Worte und wir sollten endlich darüber reden, denke ich – und schweige.
Weitere Schlüsselstelle – einerseits, weil man dieses Gefühl wirklich oft hat, wenn jemand stirbt, andererseits, weil es genau das ist, was Tilda seit fast fünf Jahren mit sich rumträgt – und sie das Schweigen doch nicht brechen kann.