Abschied(e)
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Besprechung
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Kapitel 1. Das Grosse I AM
Noch einmal Prousts Madeleine, vraiment?
Aber Julian Barnes macht das charmant, eingebettet in Reflexionen zur Autonomie und Unzuverlässigkeit oder ungeheuren Detailschärfe des Gedächtnisses. Dem wohligen Abtauchen in die Erinnerung an einen früheren Verzehr des Teegebäcks stellt der Autor die forcierte Erinnerung an alle Kuchen-Mahlzeiten gegenüber, mit der ein Patient nach einem Schlaganfall sich auseinanderzusetzen hat.
«da macht einfach das Universum seine Arbeit.»
Blutkrebs als Krankheit, die sich nicht gegen ein bestimmtes Organ wendet. Dem Patienten Barnes sympathischer als zB Lungenkrebs. Und Verfall gehört nun mal dazu. – Brillante Formulierung.
«Es gibt ziemlich viel Proust in diesem Buch, stelle ich fest. Dabei bin ich nicht einmal Proustianer.»
…sondern wohl eher Flaubertianer. Barnes fährt fort, dass er Proust ja vor allem zitiere, um ihm zu widersprechen. Proust ist nun mal der Erinnerungs-Experte.
«Wenn Briefe durch den Türschlitz kamen, fing er sie mitten im Fall ab und unterwarf sie sich durch Zerbeissen.»
Scharf bewacht der Jack Russell von Jean sein Territorium und sein Frauchen, das musste zu seinem Leidwesen auch Stephen erfahren, als er zu Jeans Partner wurde.