Von allem abgesondert schwebt sie auf dem treulosen unzugänglichen Elemente.
Kommentar
Eine entscheidende Stelle in Goethes «Wahlverwandtschaften»: Ottilie im Kahn auf dem See, nach dem von ihr verschuldeten Ertrinkungstod des kleinen Sohns von Charlotte und Eduard. Das «abgesonderte Schweben» wird noch unterstrichen, indem alles Konkrete, der See, die Parklandschaft aus dem Satz verschwunden sind. Niemand sieht sie, sie sieht niemanden. Bereits hier beginnt sich Ottilies Existenz irdischen Belangen zu entziehen. Aufgerufen wird das Bild einer Figur, die quasi im Nichts schwebt, zwischen Himmel und Erde, die jetzt insgesamt «treulos» und «unzugänglich» erscheint.
Prägnanter lässt sich die grenzenlose Einsamkeit und Verlorenheit einer Figur kaum fassen.
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Eine entscheidende Stelle in Goethes «Wahlverwandtschaften»: Ottilie im Kahn auf dem See, nach dem von ihr verschuldeten Ertrinkungstod des kleinen Sohns von Charlotte und Eduard. Das «abgesonderte Schweben» wird noch unterstrichen, indem alles Konkrete, der See, die Parklandschaft aus dem Satz verschwunden sind. Niemand sieht sie, sie sieht niemanden. Bereits hier beginnt sich Ottilies Existenz irdischen Belangen zu entziehen. Aufgerufen wird das Bild einer Figur, die quasi im Nichts schwebt, zwischen Himmel und Erde, die jetzt insgesamt «treulos» und «unzugänglich» erscheint.
Prägnanter lässt sich die grenzenlose Einsamkeit und Verlorenheit einer Figur kaum fassen.