Die Krume Brot
Fügen Sie Ihre Bewertungen hinzu
Besprechung
ALLE BESPRECHUNGENAnmerkungen zu einzelnen Stellen
«und wenn sie sich in den Finger stach, so tat sie es manchmal absichtlich.»
Der Autor skizziert die Abfolge der Generationen und ihre Traumata, es entsteht mit wenigen Strichen ein stimmiges Bild. Zwischendurch fokussiert er auf ein Detail, sowie hier auf die stickende Adelina und den Bluttropfen auf ihrem Finger.
«Unglücke geschahen keine, das Leben war das Unglück, es floss dahin und kannte nur eine Richtung, zur allmählichen Zermürbung.»
Prägnanter Satz, die kleine Familie in der Fremde.
«aber sie liebte diesen Mann nicht.»
Adelina ist Emil dankbar für alles, was er für sie tut. Aber sie kann kaum mit ihm zusammenleben, er stört sie, mitunter entwickelt sie Gewaltphantasien.
«Die Buchstaben hörten nicht auf, sie zu beunruhigen (…)»
Endlich hat Adelina gelernt zu lesen, zufällig kommt sie an eine Zeitschrift, erfährt von den Schrecknissen in der Welt. Wie soll sie das einordnen? Mit wem darüber reden? Ihr persönliches Unglück erscheint in einem anderen Licht. Aber ihre Einsamkeit intensiviert sich.
«dass sie sich geirrt hatte und Emil sehr wohl interessiert war.»
… nämlich mit Adelina zu schlafen. In Erinnerung bleiben ihr nur seine kalten Füsse, Kontrast zu der hoch steigenden «Flamme in der Nacht», wenn sie von Salvatore phantasiert.
«Aber es war nicht Erleichterung, es war Liebe, die Adelina für diesen mutigen und mächtigen Mann empfand.»
Renato rennt mit seinen marxistischen Thesen offene Türen bei Adelina ein, zumal er zugleich helfen will, Emma zurückzuholen.<