Hotel Roma
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Besprechung
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«In den öden Tagen meines Eingesperrtseins in Dieppe dachte ich nach. Was war in diesen neun einsamen und verlassenen Tagen im Turiner Sommer geschehen?»
Neun Tage vergingen nach Paveses Ankündigung des Suizids im Tagebuch bis zu seinem Vollzug. Im Hochsommer, in einem weitgehend verlassenen Turin, viele Einheimische waren ans Meer oder in die Berge verreist. – Geschickt öffnet der Autor den Raum für seine Nachforschungen, und bringt gleich noch die von Corona geprägte Gegenwartsebene ins Spiel.
«Pavese verliess die Stadt, als dürfte er der Welt eine Zeitlang entfliehen, um in den Mutterbauch zurückzukehren. Der Hügel war eine weibliche Form, eine tröstende Brust, die absolute Rückkehr in die Kindheit.»
Metaphysik der Hügel. Der Ich-Erzähler und seine Partnerin suchen in den Hügeln oberhalb Turins das Restaurant «Ultima Spiagga» auf, das schon Pavese frequentierte. Preise und Atmosphäre wie aus dem letzten Jahrhundert, eine Zeitreise, eine Regression.
«Ich hatte gedacht, er sei Turins Stolz (…), aber nicht einmal in der Buchhandlung, in der er verkehrt hatte, ehrte man sein Andenken noch.»
Enttäuschte Annahmen eines Enthusiasten, der Ich-Erzähler als Fan. Immerhin finden sich noch drei Bücher Paveses in der Buchhandlung.
Die Strasse zum Meer
Merkwürdiger Hybrid, dieses Kapitel, dieses Buch: zunächst ein subtiler Essay zum Werk Pavese, dem überraschenderweise der Radrennfahrer Marco Pantani zur Seite gestellt wird, in seinem Leiden, in seiner Einsamkeit. Pierre Adrian ist auch Sportjournalist. Dann eine Reise ans Meer mit „dem Mädchen mit der dunklen Haut“, nach-saisonale Tristesse, atmosphärisch dicht, auch auf imaginären Spuren Paveses.