SEITE: 232 Moritz Th. Keine Kommentare Kommentar hinzufügen
Stelle:

«Ich glaube, es ist ein schweres Unglück für mich, dass die Natur mir nicht jenes unbestimmte Etwas gegeben hat, was die Menschen anzieht.»

Anmerkung:

Freud konstatiert, dass er auf andere nicht auf Anhieb sympathisch wirkt. Als Indiz führt er auch auf, wie sehr er um seine Braut sich hat «raufen müssen». Das Argument scheint wenig stichhaltig, bedenkt man, dass sich die beiden bereits nach zwei Wochen Bekanntschaft verlobt haben. Allerdings musste Freud danach noch allerlei Widerstände von seiten von Marthas Familie überwinden, und eingebildete oder tatsächliche Nebenbuhler machten ihm zu schaffen.

Einmal mehr erweist sich Martha als Korrespondentin auf Augenhöhe mit ihrer Replik (p. 241/242). Sie versucht nicht etwa, dieses «Unglück» Ihres Bräutigams abzustreiten, sondern analysiert ziemlich überzeugend, wie es zu dieser Wirkung auf Aussenstehende kommt. Freuds anfängliche Distanz wird als Hochmut aufgefasst.

 

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