Sechster Gesang
Was für ein Rhythmus, was für ein Wortzauber, hinreissend. Brillant ins Deutsche gebracht. Nausikaa begibt sich mit den Mägden an die Mündung des Flusses, die Wäsche zu waschen. Nach getaner Arbeit die Mahlzeit und dann das Spiel, der Ball landet im Wasser, der Aufschrei der Mägde weckt Odysseus.
Klitzekleiner Makel: der Ball geht verloren in der Geschichte, Odysseus hätte ihn ja retten können. Aber natürlich schlagen sich Odysseus und Nausikaa gegenseitig in Bann, das Spiel ist vergessen.
Ganz zu Ende sitzt Odysseus am Stadtrand in einem Hain der Athene, und wartet, dass er sich bei Nausikaas Eltern vorstellen kann. Athene zeigt sich aber dem Helden nicht, weil sie den zürnenden Poseidon fürchtet. Im Hintergrund zieht sie alle Fäden und manipuliert kräftig zugunsten des Heimkehrers, das scheint dem Meergott zu entgehen. Aber sie scheut den direkten Kontakt zu Odysseus, das wäre offensichtlich eine Provokation für den Erderschütterer.