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Stelle:

12. Showdown – Die Rache an den Freiern und die Rückeroberung des Oikos

Anmerkung:

Die Ermordung der Freier und die Hinrichtung der nicht-loyalen Sklavinnen und Diener im Schlussakt des Epos irritiert. War diese Brutalität notwendig?

Schulz erläutert, dass es im archaisch-bäuerischen Griechenland kaum Sicherheit oder Gerechtigkeit durch staatenähnliche Institutionen gab. Der Verlust des «Oikos», von Haus und Hof, ging auch einher mit sozialer Ächtung. Es ging für Odysseus also um viel, und er musste die Angelegenheit mit den renitenten Freiern selbst in die Hand nehmen und für klare Verhältnisse sorgen.

Schulz weist aber auch daraufhin, dass die Rückkehr nach Ithaka noch aus einem anderem Grund eine schwierige war: als einziger kehrte er nach Ithaka zurück, mit reicher Kriegsbeute, aber alle seiner rund 600 Gefährten waren unterwegs getötet worden. Das musste Nachfragen, Anklagen, vielleicht auch gewalttätige Reaktionen bei den betroffenen Familien hervorrufen.

Sollte der Gewaltexzess des Freiermords vielleicht auch gleich diese Reaktionen im Keim ersticken? War das ein erwünschter Nebeneffekt?

Schliesslich: Nach 20 Jahren im Kriegermodus hat vielleicht Odysseus Mühe gehabt, wieder einen zivilen Umgang zu finden. Schulz referiert das Wort vom «Prototyp des Vietnam-Veteranen».  – Und Brutalität galt im arachaischen Griechenland ohnehin als Ausweis von Männlichkeit.

Erhellende Ausführungen von Schulz. Die Irritation über das brutale und abrupte Ende des Epos bleibt.

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